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Susanne Sargk , freiberufliche Mentorin für Kindertagesstätten und Leiterin des Landesreferats für Kindertageseinrichtungen beim VBEFür Susanne Sargk ist eine professionelle Zusammenarbeit von Trägern, Leitungen, Erziehern und Eltern, begleitet durch externe Unterstützung, absolut notwendig, um die Kita-Krise in den Griff zu bekommen. | Bild: Sabine Tesche

28.09.2024 Holger Hagenlocher

Fachkräftemangel in Kitas: Herausforderungen und Lösungsansätze für frühkindliche Bildung

Die Situation in den Kindertagesstätten erscheint dramatisch, insbesondere für berufstätige Eltern. Jobs im Südwesten hat sich dazu mit Susanne Sargk, freiberufliche Mentorin für Kindertagesstätten und Leiterin des Landesreferats für Kindertageseinrichtungen beim VBE (Verband Bildung und Erziehung) Baden-Württemberg, unterhalten.

Frau Sargk, ist der Fachkräftemangel alleine ursächlich für die Situation in den kommunalen Kindertageseinrichtungen?

Der Fachkräftemangel ist nicht der einzige Grund. Aber zum einen haben wir einen kontinuierlich steigenden Betreuungsbedarf, vor allem durch den Anspruch auf frühkindliche Bildung und den Ausbau der Betreuungsangebote, die nicht mit einem entsprechenden Anstieg an qualifizierten Fachkräften einhergehen.

Zum anderen wirken Rahmenbedingungen wie unzureichende Bezahlung, hohe Arbeitsbelastung und schwierige Arbeitsbedingungen auf die Attraktivität des Berufsfeldes. Hinzu kommt die demografische Entwicklung, durch die viele erfahrene Erzieher in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen werden, während gleichzeitig zu wenige junge Fachkräfte nachrücken.

Wie können die Kommunen darauf reagieren, wenn aufgrund der geschilderten Probleme bestehende Strukturen ins Wanken geraten oder nicht mehr aufrechterhalten werden können?

Die Kommunen stehen vor einer großen Herausforderung. Kurzfristig können Kommunen mit flexiblen Betreuungsmodellen, Kooperationen mit freien Trägern und der Rekrutierung von Quereinsteigern reagieren. Langfristig sind jedoch Maßnahmen wie der Ausbau von Ausbildungsplätzen und eine nachhaltige Personalplanung erforderlich, um die Probleme dauerhaft zu bewältigen. Zudem bedarf es einer ganzen Liste an weiteren Maßnahmen.

Auf Ihrer Website schreiben Sie, dass Einrichtungen bei Problemen externe Unterstützung in Anspruch nehmen sollten …

Absolut. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass für die konstruktive Weiterentwicklung von pädagogischen Schwerpunkten und Organisationsstrukturen sowie die Förderung einer offenen und wertschätzenden Kommunikation eine professionelle Zusammenarbeit von Trägern, Leitungen, Erziehern und Eltern notwendig ist. Für die fachliche Unterstützung bei spezifischen Fragen und Aufgabenstellungen ist deshalb eine professionelle Begleitung sehr zu empfehlen. Externe Unterstützung kann in Krisensituationen entscheidend sein. Fachliche Beratung bietet den Vorteil, dass Experten von außen neue Perspektiven einbringen und maßgeschneiderte Lösungsansätze entwickeln können. Dazu zählen unter anderem die Organisationsberatung zur Unterstützung bei der Optimierung von Arbeitsabläufen oder Dienstplangestaltung, um vorhandene Ressourcen besser zu nutzen.

Sie sind auch Leiterin des Landesreferates für Kindertageseinrichtungen im VBE Baden-Württemberg. Was wären aus Sicht Ihres Verbands die dringendsten Schritte, um die aktuellen Probleme in der frühkindlichen Bildung zu lösen?

Aus Sicht des VBE Baden-Württemberg sind mehrere dringende Schritte notwendig, um die Probleme in der frühkindlichen Bildung zu lösen. So muss die Attraktivität des Erzieherberufs wachsen.

Es ist entscheidend, den Beruf durch bessere Bezahlung, attraktivere Arbeitsbedingungen und flexible Arbeitszeitmodelle, wie etwa eine 4-Tage-Woche, deutlich attraktiver zu gestalten. Das würde nicht nur helfen, neue Fachkräfte zu gewinnen, sondern auch bestehendes Personal langfristig zu halten. Neben vielen weiteren Punkten sieht der VBE auch den Ausbau von Ausbildungsplätzen, insbesondere in dualen Modellen als unerlässlich. Eine praxisnähere Ausbildung mit angemessener Vergütung würde mehr junge Menschen für den Beruf interessieren und gleichzeitig den Personalmangel mindern.

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