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Eine junge Geschäftsfrau ist genervt von einem männlichen ArbeitskollegenDrazen - stock.adobe.com

13.09.2025 Christina Bachmann, dpa

Schlechte Chemie? So wird ein Miteinander im Job möglich

Liegt man mit Kolleginnen und Kollegen auf einer Wellenlänge, fällt das Miteinander im Job meist nicht allzu schwer. Anders sieht es aus, wenn sich Einzelne nicht ganz grün sind.

Dabei müssen unterschiedliche Meinungen nicht schlecht sein. „In Teams, in denen sich alle einig sind, bleibt das Neue oft auf der Strecke“, sagt Stefanie Bickert, Jobexpertin beim Stellenportal Indeed. Das sind ihre Tipps für eine gute Zusammenarbeit - auch wenn die persönliche Chemie nicht stimmt:

Sich fragen: Was ist mit mir?

Der oder die andere scheint unsympathisch oder schwierig - und was ist mit mir? „War man selbst unflexibel, unklar in der Kommunikation oder wenig kompromissbereit?“, fragt Stefanie Bickert. Ein ehrliches Hinterfragen fördert manchmal Stellschrauben zutage, mit denen sich Spannungen vielleicht lösen lassen: zum Beispiel mehr Offenheit, Geduld oder Struktur.

Verhalten von der Person lösen

Trennen Sie in ihrer Bewertung des oder der anderen den Charakter von Verhaltensweisen. Die Jobexpertin rät, statt zu Pauschalaussagen wie „Er ist arrogant“ zu greifen, besser zu konkretisieren, etwa „Er unterbricht häufiger in Meetings“ oder „Sie gibt keine Rückmeldungen zu Deadlines“.

„Diese Trennung von Verhalten und Persönlichkeit kann helfen, das Gegenüber differenzierter wahrzunehmen“, sagt Stefanie Bickert. Wer das schafft, reagiert auch in schwierigen Situationen professioneller, weil sich das Ganze nicht auf der persönlichen Ebene abspielt.

Das Miteinander stärken

Um gut miteinander zu arbeiten, muss man nicht befreundet sein. Wichtiger sind laut Stefanie Bickert gemeinsame Ziele und geteilte Verantwortung. Dazu braucht es eine gewisse Klarheit im Job: Aufgaben sollten eindeutig verteilt und Zuständigkeiten dokumentiert sein, Absprachen eingehalten werden.

Auch bewusste wechselseitige Unterstützung kann das Miteinander im Job stärken: „Wer in kritischen Momenten Hilfe anbietet – oder selbst um Hilfe bittet – baut Nähe auf“, sagt Bickert. Und vielleicht finden Sie im Gespräch mit dem oder der anderen sogar Punkte, die verbinden: etwa einen gemeinsamen Musikgeschmack oder eine ähnliche Art von Humor.

Unterschiede aushalten

„Wer lernt, mit Unterschieden umzugehen, wächst beruflich und persönlich“, sagt Stefanie Bickert. „Menschen, die uns fordern, bringen oft neue Perspektiven ein. Wer sich darauf einlässt, verbessert häufig auch das eigene Arbeitsergebnis.“

Allerdings: Wenn es trotz aller Bemühungen gar nicht geht und man sich übergangen und ausgebremst fühlt, sollte man das Gespräch suchen, rät sie. Zunächst im direkten Austausch und, wenn nötig, auch mit der Führungskraft oder Personalabteilung.

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